Auf der Suche nach dem ältesten Hafen Rostocks (Mecklenburg-Vorpommern)

Die Bedeutung Rostocks als Hafenstadt ist unbestritten, alleine ein Hinweis auf die Stellung Rostocks im spätmittelalterlichen Hanseverbund mag hier genügen. Die Anfänge Rostocks liegen dagegen vermutlich bereits in der frühen Wikingerzeit (8. Jahrhundert) als am Nordufer der Warnow ein Handelsplatz von überregionaler Bedeutung existierte. Dieser Handelsplatz wird derzeit im Rahmen eines Forschungsvorhaben der DFG interdisziplinär untersucht; das Augenmerk liegt dabei auf dem Hafen der Siedlung, der als Schnittstelle zwischen Wasser und Land – also zwischen See- und Landverkehr – eine besondere Bedeutung besaß.

Die archäologischen Arbeiten im Feuchtbodenbereich (Abb. 1) erfolgen mit Hilfe von Schaufeln, Kellen (Abb. 2) und Pinseln, aber auch technische Geräte – wie das Tachymeter (Abb. 3) – kommen in Rahmen der Dokumentation der Befunde und Funde zum Einsatz. Studentinnen und Studenten aus Rostock, Hamburg und Berlin graben in Rostock auch am „Tag der Archäologie“ ehemalige Bebauungsreste und andere Strukturen aus: sie tiefen archäologische Schichten ab (Abb. 4), untersuchen Ofenanlagen (Abb. 5) und Flechtwerkzäune, dokumentieren diese und bergen diverses Fundmaterial aus allen Teilen des Ostseeraumes und darüber hinaus. Das Erdmaterial wird zusätzlich in Siebanlagen mit Wasser geschlämmt (Abb. 6), um auch kleinste Funde – wie Perlen, Münzen oder Bernstein – zu erkennen. Auf diese Weise entsteht im Laufe der mehrwöchigen Grabung aus vielen Einzelbildern ein immer detaillierteres Bild des ehemaligen Handelsplatzes und Vorläufer der Hansestadt Rostock.  In diesem Zeitraum ist jeder Tag dann für uns ein „Tag der Archäologie“.

Abbildungen:

1 Martina Karle, NIhK
2-6 Sebastian Messal, DAI

Abb. 1

Abb. 2

Abb. 3

Abb. 4

Abb. 5

Abb. 6